Jahresrückblick 2023 -Vom Zweifeln und Vertrauen

Einleitung

Irgendwie bin ich 2023 nicht so ganz aus dem Quark gekommen🤔…

…und doch ist so viel geschehen 😊

Mein letzter Jahresrückblick endete mit einem Adler, den ich in unserem Tierpark gesehen hatte und der Frage, ob dieser Raubvogel mein Krafttier für das Jahr 2023 und somit auch des Jahresrückblicks 2023 sein könnte.

Dieser Adler war, so wie ich nachher recherchiert habe, aber ein Bartgeier. 🤷‍♀️

Der Adler steht als Raubvogel für die männlichen Energien und der Geier ist im Gegensatz dazu ein pazifistischer Aasfresser.

Der Geier als Krafttier ist das Tier, das Reinigung und Prüfung ankündigt und eine Zeit der Aufarbeitung und Tiefe.

Insofern passt der Geier vielmehr zu meinem Jahr 2023 als der Adler.

Vielleicht wäre aber auch der Krebs mein Tier des Jahres 2023. Ein Schritt vor und zwei zurück…

Im Januar habe ich mit meiner ersten Coachees gestartet, die ich jetzt schon ein Jahr lang begleiten darf. Danke, danke, danke!! So eine unfassbar schöne Arbeit! s. link….ein Schritt vor 😍

Tarot Coaching

Und dann, aus einem spontanen Impuls heraus, entschied ich mich dafür, ein Tarot Card Coaching Training mit der fabelhaften Andrea Morgenstern zu buchen.

Warum?

Ich verspürte das dringende Bedürfnis, mich mehr mit meiner Intuition zu verbinden und einfach einmal etwas ganz Verrücktes auszuprobieren… und das ist die Arbeit mit Tarot Karten für meine Konditionierung ganz bestimmt. Bei uns zuhause wurden mystische Dinge gerne als Hokuspokus bezeichnet.

Im Februar war ich dann bei einem Live-Seminar mit Andrea zum Thema Mut in Hamburg und habe ihre lebensfrohe und herzliche Art kennengelernt.

DieTeilnehmer des Mut-Seminars von Andrea Morgenstern

In der Tarot Coaching Ausbildung hat sie mich dann wunderbar abgeholt, indem sie uns zunächst die Karten ohne Wissen der „Bedeutung“ betrachten ließ.

Und natürlich kann ich mir Tarot Journals durchlesen und die Bedeutung der Karten nachlesen, aber was ich letztendlich in den Karten sehe, hat nur etwas mit meiner derzeitigen Situation, meiner Geisteshaltung, meinen Visionen zu tun und lässt natürlich ganz viel Rückschlüsse zu. Die Karten sind somit erstmals nur ein Hilfsmittel, um die Coachees in ihre emotionale und unterbewusste Welt zu begleiten.

Andrea hat mich mit ihrer bodenständigen Art, bei ihr darf alle sein, unglaublich unterstützt, so dass ich auch schon Legungen für andere Menschen gemacht habe. Bei einer Legung lege und deute ich die Karten für eine andere Person.

Das erschien mir zunächst super creepy. Wurde ich dadurch nicht zum Medium? Beeinflussen wir nicht in unserem Alltag immer wieder unsere Freunde, unsere Familie und andere Menschen, die sich mit uns beschäftigen? Und kann ich diesen Menschen nicht zutrauen, selbst zu entscheiden, was für sie relevant ist und was nicht? Wenn ich Dinge nicht aussprechen würde oder sagen würde, um andere Menschen nicht „in die Irre“ zu leiten oder um sie zu schützen, würde ich mich doch massiv über diese Menschen stellen, da ich ihnen nicht zutraue auf sich selbst aufzupassen.

Ich habe jetzt schon ein paar Tarot Coachings gegeben und festgestellt, dass ich die Arbeit sehr mag und schätze. Es ist immer wird faszinierend, was die Coachees aus den Karten lesen und wie unterschiedlich sie diese sehen, je nach dem in welchem Gemütszustand und Verfassung sie sind und abhängig davon, was sie im Unterbewussten über ihre Themen denken. Und das holen die Karten hervor.

und was seht ihr in dieser Legung?

Da die Bilder uns helfen können mit unseren Emotionen in Kontakt zu kommen und wir durch sie unsere Themen und Handlungsansätze besser verstehen können, sind sie ein Hilfsmittel durch die wir auf die Antworten in uns selbst kommen. Und diese Antworten in uns selbst zu finden ist ja Aufgabe eines jeden Coachings.

Und obwohl ich das alles weiß, habe ich noch ganz viele Stimmen im Kopf, die mich daran hindern mit meinem Tarot Coaching in die Sichtbarkeit zu gehen…Ich finde es immer wieder krass, wie sehr wir noch von unserer elterlichen Konditionierung geprägt sind. Wahrscheinlich auch deshalb, da wir uns immer wieder ein ähnliches Umfeld suchen, mit ähnlichen Lebenseinstellungen, die uns unser Weltbild bestätigen und uns so Sicherheit suggerieren. Interessant an meinem Lebensweg finde ich, dass ich immer wieder aus diesem System ausbreche, und etwas außerhalb meines Wohlfühlstatus, meines Safe Spaces suche, angefangen mit der Yogalehrerausbildung vor 23 Jahren bis hin zum Tarot Coaching. Gleichzeitig halte ich mir aber durch meine Zweifel auch immer wieder die Möglichkeit offen, zurückzugehen in meine vermeintliche Komfortzone, wohlwissende, dass es nicht der Space ist, in dem ich mich wirklich aufhalten will. Spannend!

Das wird eine meiner Challenges für 2024:  Mit dem Tarot Coaching in die Sichtbarkeit zu gehen! 😎🤩

Wenn Ihr Interesse habt meldet euch gerne!

Ich habe noch ein Zitat in meinen Aufzeichnungen gefunden, dass ich sehr wertvoll finde: „Tarot ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr!“ (leider weiß ich nicht mehr, von wem es ist)

Into- Being Trainerausbildung

Meine Trainerausbildung bei der grandiosen Dana Schwandt startete im April 2023 mit einem Wochenende in Hamburg. Wir Trainer konnten zusammen mit den neue Azubis noch einmal die ganze Ausbildungsrunde miterleben. So spannend, wie anders sich das diesmal angefühlt hat.

Die zweite Coaching Ausbildung mit Dana Schwandt

Jede Trainerin wurde einer Gruppe von 4-5 Azubis zugeteilt, die wir durch ihren Prozess der Ausbildung begleiten durften. Wir nennen diese Gruppen Deep Dive Gruppen, weil wir so krass tief tauchen🤿.

Ich hatte das Vergnügen, mit 5 wunderbaren und völlig unterschiedlichen und kraftvollen Frauen zusammenzuarbeiten, von denen ich enorm viel lernen konnte. In den gemeinsamen Treffen sah ich mich jedoch mit 5 verschiedenen Meinungen und Wünsche, 5 verschiedenen Charakteren und Wesensarten, 5 verschiedenen Streitkulturen und 5 verschiedenen Nähe- und Distanz-Systemen konfrontiert. …so spannend und wie sie dann alle, wirklich alle, mir so fest ans Herz gewachsen sind! Es war mir ein Fest!!!🤩

Meine Deep Dive Gruppe beim zweiten Live WE in Hamburg von links nach rechts: Danila, Marei, Jana und Delia, leider fehlte krankheitsbedingt Nicole

Gemeinsam beschlossen wir, dass alles sein darf, alles ausprobiert werden darf, mit der Prämisse, dass Dissonanzen (wir nennen sie Lücken) besprochen und damit Lücken geschlossen werden können, so dass die Energie in der Gruppe wieder fließen kann. Die Gruppe dient dabei als Lern- und Spielfeld, als Kommunikationstraining und Bewusstseinsschulung.

Meine Aufgabe war es, die Gruppe möglichst authentisch zu begleiten, den Rahmen für die Prozesse der Teilnehmerinnen zu halten, zu erkennen, wann der Gruppenprozess allein fließen kann, wann es sinnvoll ist mich einzuschalten. Ebenso gehörte es zu meinen Aufgaben, den Prozess des Lückenschließens zu begleiten und zu unterstützen.

Und natürlich hatte ich anfangs unglaubliche Angst zu versagen. Aber kann man als Mensch eigentlich versagen, wenn wir uns wirklich authentisch verhalten?

Und genau das haben wir geübt in unsere Gruppe:

Die Kunst des miteinander Menschsein

Ja und was ist denn eigentlich Menschsein?

In unsere Wohlstandsgesellschaft ist es recht einfach die menschlichen Grundbedürfnisse wie Essen, Arbeiten, Schlafen und ggf. des Fortpflanzens zu befriedigen. Doch wenn es um Kommunikation geht, wird deutlich, dass Menschsein ziemlich komplex ist.

Jeder von uns erzählt sich ja seine eigene(n) Geschichte(n). Dabei greifen wir auf die Baukastensteine unserer bisherigen Erfahrung zurück.

Wenn eine andere Person auf die genau gleiche Situation zurückblickt, wird sie es anders erzählen, einfach weil der Baukastensatz jeder Person ein anderer ist.

Und so kommt es zu Missverständnissen. Obwohl ich das Wort Missverständnis nicht wirklich mag, denn es suggeriert, das etwas falsch läuft. Das tut es aber eigentlich nicht, denn jede von betrachtet die Welt eben nur durch ihre eigene Brille und hat ihren eigenen Baukasten mit dem er oder sie die eigenen Regeln und „do’s“ und „not to do’s“ aufgestellt hat.

Im Umgang mit diesen Dissonanzen (Missverständnissen) besteht zunächst die Möglichkeit, sie entweder nicht anzusprechen oder sie mit der oben beschriebenen Brille unserer Konditionierung anzugehen. In beiden Fällen gehen wir automatisch in Distanz zu dem anderen. Die Energie zwischen den Beteiligten kann nicht frei fließen, es entstehen Blockaden, die jeder mit seinem Baukastensatz an Erfahrungen zu erklären versucht. Ein Miteinander, eine Kommunikation ist insofern eigentlich nicht mehr möglich.

Um mit anderen Menschen zu leben, ist es deswegen super wichtig, die eigene Brille abzusetzen und die eigene Geschichten zumindest so weit in Frage zu stellen, dass die Geschichte des anderen ebenfalls wahr sein kann.

Und das erzeugt ein unangenehmes Gefühl: Angst. Es ist wie ein Sprung ohne Fallschirm. Wir haben nichts mehr an dem wir uns festhalten, denn unsere Geschichten suggerieren Sicherheit und die Brille bietet Orientierung.

Wir sind unterwegs im freien Fall, in der Bodenlosigkeit des Seins. Wir fühlen uns so verletzlich, so hilflos und gleichzeitig sind wir so mutig und so menschlich.

Und dann können wir uns im Menschsein begegnen und als Menschen kommunizieren! Und die Energie kann wieder fließen…

Gruppenprozesse- Nähe und Distanz

Innerhalb unserer Trainergruppe, wir sind 12 Frauen, fand selbstverständlich auch ein Gruppenprozess statt. Wir haben gelernt uns mit allen Unannehmlichkeiten, Konkurrenzen, Ängsten, FOMOS, uä. zu zeigen. Dadurch haben wir eine Form der Verbundenheit entwickelt, die von unschätzbarem Wert ist.

Wir haben das miteinander Menschsein auf höchstem Niveau geübt.

Einen riesiges Dankeschön für dieses Übungsfeld geht an Angela, Dorothee, Carmen, Evi, Katrin, Manja, Miriam, Nadine, Nina, Stephi, Svenja und natürlich an das ganze Ichgold Team und last, but not least an Dana!🙏💖

Ein paar unseren Trainer und Kirsten und Christin vom Ichgold Team in Lüneburg beim Midterm Wochenende
von links nach rechts: Kirsten, Svenja, Angela, Cristin, Nina, Katrin und ich

In unseren Kleingruppen, den Deep Dive Gruppen, übernahmen wir eine leitende Funktion, die uns ermöglichte, die Kommunikation der Gruppe aus einer anderen Position zu betrachten.

Für viele Menschen ist es anfangs herausfordernder sich in einer Gruppe mit den eigenen Gefühlen verletzlich zu zeigen als in einer 1:1 Beziehung. Und anderseits ist genau das so hilfreich!

Indem wir uns immer wieder zeigen und andere an unseren Verletzungen und Verletzlichkeiten teilhaben lassen, erkennen wir, dass jeder von uns ähnliche Unsicherheiten und Verletzungen mit sich trägt. Dies ermöglicht es uns, uns zunehmend zu öffnen und die Energie, die fließen kann, potenziert sich.

Gruppenprozesse spiegeln auch den eigenen Prozess potenziert wider, denn irgendwie findet man sich in jedem aus seiner Gruppe wieder. Bei manchen fällt es einem sofort auf, bei manchen später, bei einigen will man vielleicht auch erstmals keine Ähnlichkeiten erkennen, bei anderen schon. Das kann sich dann natürlich im Laufe des Kennenlernens auch wieder verschieben.

Es ist es so magisch (und ausgesprochen lehrreich für den eigenen Prozess) zu sehen, wie sich die Schleier der individuellen Konditionierung immer mehr lichten, wie das Bewusstsein und die Achtsamkeit wachsen und die Teilnehmer sich trauen einen immer größeren Anteil der eigenen Geschichten zu hinterfragen. Und wie dadurch immer mehr Nähe entsteht… und dann auch die eine oder andere wieder in Distanz geht.

Und weißt du was? Das ist dann auch okay!!! Auch das haben wir als Trainerinnen gelernt auszuhalten und zuzulassen.

Denn Menschsein ist auch unsicher sein, ist auch der Schritt zurück und ich persönlich habe dieses Jahr viele solcher Schritte gemacht und so oft gezweifelt…

Und gerade durch diesen Zweifel habe ich so viel gelernt!!!

Ich glaube das ist ähnlich wie mit Gefühlen: Wenn ich die positiven Gefühle vollumfassend fühlen möchte, muss ich auch bereit sein die negativen Gefühle vollumfassend zu fühlen.

Wenn ich wirkliche Nähe haben will, brauche ich auch immer wieder die Erfahrung der Distanz.

Mein persönlicher Tanz zwischen Nähe und Distanz- im Krebsgang

Ich war schon immer ein kritisch denkender Mensch und habe sowohl meine eigenen Meinungen und Ansichten als auch die anderer Menschen gerne in Frage gestellt. In Diskussionen nehme ich gerne die Gegenposition ein. Das kann spannend sein und zum Nachdenken anregen, erzeugt aber eben auch Distanz. Und Distanz verhindert, dass ich mich vollumfänglich auf die Dinge einlasse, mit denen ich mich beschäftige und „muss“ nicht die 100% Verantwortung für das, was ich mache, übernehmen.

Im letzten Jahr habe ich erkannt, dass ich dazu neige sehr viel zu zweifeln. Die Zweifel dienen mir dazu, mich dahinter zu verstecken, um eben nicht die volle Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

Diese Erkenntnis war mir sehr unangenehm, da sie im Widerspruch zu einer anderen Geschichte steht, die ich mir gerne über mich selbst erzähle – die Geschichte eines kritisch denkenden Menschen, der gerne die volle Verantwortung übernimmt. Ertappt! Die Geschichten, die ich mir erzähle, funktionieren nicht mehr.

Nun entstand ein sehr unangenehmes Gefühl von Unsicherheit und Angst. Wer bin ich wirklich? Vor was habe ich Angst? Das wollte ich herausfinden. Ich entschied mich für Vertrauen, denn Vertrauen ist eine Wahl- ein Schritt vor

Als meine Familie dann wiederum in Distanz zu mir ging oder zumindest zu dem, was ich gerade lernte, war der Sog sehr sehr stark zurückzugehen und es mir in meinem alten Leben, meiner alten Geschichte bequem zu machen, wohlwissend, dass ich dann nur ein Bruchteil von dem leben würde, was ich eigentlich leben will – zwei Schritte zurück

Und dann ging ich doch wieder nach vorne, ein bisschen trotzig (mein System) und ein bisschen ahnend, dass der Weg zurück in meine alte Geschichte mir nicht wirklich Nähe zu meiner Familie gebracht hätte, da ich nicht in Integrität mit mir selbst gehandelt hätte – ein Schritt vor

Natürlich habe ich dann auch noch eine Kundin angezogen, die ebenfalls zweifelte… und dann doch (erstaunlicherweise) nicht so lange mit mir weiterarbeitete, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich versteckte mich erneut und zweifelte. Mit Zweifeln bleibe ich im Prozess stecken und muss mich nicht committen – zwei Schritte zurück

Und dann die Erkenntnis, dass das Kritisch Sein, die Zweifel sein dürfen solange ich nicht in diesen Zweifeln steckenbleiben und damit in Ihnen gefangen bin. Ich kann meine Zweifel an die Hand nehmen, sie liebhaben und fragen, was sie mir sagen möchten und ich kann trotzdem weiter gehen, weiter mich trauen, vertrauen – ein Schritt vor

Und dann erneut das Gefühl der Bodenlosigkeit: Wenn beides wahr ist, woran kann ich mich dann orientieren? Wer bin ich dann wirklich? Und ich bin ja auch immer noch nicht ausgebucht als Coach – zwei Schritte zurück

Und dann die Erkenntnis: Es ist okay so. Dieses Jahr ist bei mir der Krebsgang angesagt – ein Schritt vor

So habe ich mich Schritt für Schritt ins Vertrauen hineinbewegt, dass das, was ist, so wie es ist, mir dienlich ist. Es ist mein Prozess und ich gehe ihn weiter, auch wenn es manchmal im Krebsgang ist und ich das Gefühl habe nicht aus dem Quark zu kommen.

Und ohne das Gefühl nicht aus dem Quark zu kommen, könnte ich auch nie das Gefühl haben super durchzustarten. Das Pendel schlägt ja wie gesagt nur zu beiden Seiten gleichmäßig aus.

In Schweden mit Carmen und Manja

In den Sommerferien bin ich mit meinem Mann, unserem 12jährigen Sohn und unserem Hund im Camper Van nach Schweden gereist. Dort habe ich meine beiden wundervollen herzallerliebsten Mit-Trainerinnen Carmen und Manja getroffen. Wir haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen, uns ausgetauscht, diskutiert, uns gegenseitig gecoacht und super viel gelacht. Es war so wunderbar und ich glaube, dass diese Tage und Nächte sehr viel dazu beigetragen haben, mein Zweifler-System zu erkennen, zu integrieren und an die Hand zu nehmen. Danke, danke, danke ihr zwei!!!🙏💖

Mein persönliches Learning 2023- Klarheit ist nicht Eindeutigkeit

Mein größter Wunsch in 2023 war die Sehnsucht nach Klarheit, endlich eindeutig wissen, was richtig und was falsch ist.

Und ich glaube das, was ich wirklich im diesem letzten Jahr gelernt habe, ist, dass Klarheit nicht unbedingt Eindeutigkeit heißt, dass der Zweifel bestehen bleiben darf und ich meine Ängste und meinen Zweifel halten und ertragen kann.

Ich habe gelernt in Klarheit und mit meinem Zweifel an der Hand für mich einzustehen. Klarheit bedeutet, meinen Weg gehen, Schritt für Schritt und nicht die Gewissheit, dass genau das und nur das das Richtige und das Wahre ist.

Deswegen habe ich nun beschlossen 2024 für mich allein loszugehen und mein Coaching zu etablieren. Danke, Dana, dass du mir so viel mitgegeben hast. Jetzt ist es an der Zeit loszugehen, in die Freiheit. Vielleicht, um von der Schülerin in die Meisterschaft zu gehen?

Mit dieser Entscheidung gehe ich natürlich auch wieder ein Schritt mehr in die Distanz. Doch da ich gelernt haben, mein System an die Hand zu nehmen, konnte ich das zulassen. Und gleichzeitig kann ich die Nähe spüren und zulassen. Loslassen und nahsein können parallel stattfinden. Verschiedene sogar widersprüchliche Gefühle können koexistieren und das kann schrecklich schön sein!

Trust trotzdem!

War einer der Erkenntnisse in unserer Trainergruppe. Denn Vertrauen in mich selbst bedeutet loszugehen, meine Erfahrungen zu machen, Schritt für Schritt, vielleicht auch im Krebsgang.

Der Krebsgang passt nicht wirklich zu dem Bild, das ich von mir habe(n möchte): zielstrebig und anpackend. Allerdings hätte ich all die Erkenntnisse, die ich eben beschrieben habe, nicht gewonnen, wenn ich in meiner gewohnten stürmischen Art losgelaufen wäre. Vielleicht hätte ich dann auch schon längst aufgegeben.

Der Krebsgang hat eben auch seine Vorteile….Ich bin gespannt aufs Durchstarten!

Women’s Circle für Frauen um und in den Wechseljahren- Im Krebsgang, aber ohne aufzugeben

Im Mai habe ich meinen ersten Women’s Circle veranstaltet. Das war aufregend!

Für den Circle haben sich sowohl ein paar Freundinnen, ein paar meiner Coachees und Menschen angemeldet, die ich vorher noch nie gesehen habe. Das hat die Aufregung nicht geringer werden lassen.

Und trotzdem bin ich losmarschiert! Ich bin gesprungen ohne Fallschirm und tatsächlich hatte ich kurz das Gefühl keinen Boden unter den Füßen zu haben-und das war nervenaufreibend und gleichzeitig sehr schön!

Ohne vorbereitete Themen erlebten wir eine überraschende Verbundenheit im Circle, begleitet von wunderbarem Feedback. Freudig und gespannt startete ich im Juni den zweiten Circle.

Und da hatte mich die Migräne einer Freundin am Wickel. In dem Bestreben, mehr zu bieten als nur einen Raum für Austausch, geriet das Gespräch in Richtung alternativer Heilmittel. Dazu konnte ich nicht mehr beitragen als die anwesenden Frauen. Warum sollten sie an meinem Circle teilnehmen, fragte ich mich damals.

Ich bin weitergegangen und habe mir beim 3. Termin Anfang September meine Kollegin Susanne Moltrecht an meine Seite geholt, die Heilpraktikerin und Homöopathin ist. Sie hat mit ihrem Fachwissen wertvolle Aspekt beigesteuert und mir vor allem die Augen geöffnet, dass meine Energie und meine Leidenschaft, diesen Circle ins Leben zu rufen eben genau den Mehrwert darstellt, der für die anderen Frauen wichtig ist.

meine wunderbare Kollegin Susanne

Inspiriert von unserer Zusammenarbeit begannen wir, einen gemeinsamen Kurs zu planen. Unser Ziel ist es in 2 bis 3 Monaten für jede Teilnehmerinnen einen individuellen Fahrplan aus unseren Tools, Yoga, Atemarbeit, Meditation, Homöopathie, Pflanzenheilkunde und Coaching zu erstellen.

Was sind deine Beschwerden? Welche Glaubenssätze limitieren dich? Welche Möglichkeiten hast du, diese aufzulösen? Und welche unterstützenden Praktiken und sanften Heilmittel aus dem Yoga und der alternativen Heilkunde können wir empfehlen?

Wir wollen die Gruppe nutzen, den Austausch fördern, den Mut fördern in die Sichtbarkeit zu gehen und gleichzeitig individuell mit jeder einzelnen arbeiten. Wir wollen Wege aufzeigen, wie Frauen aus dem Ausgeliefertsein in die Selbstbestimmung gelangen.

Es bleibt spannend! Mit der Gewissheit, dass 2024 kein Krebsgangjahr sein wird, werden wir 2024 mit dem Kurs starten!

Leider habe ich es in 2023 nicht geschafft noch einen Women’s Circle anzubieten. Und das lag nicht nur an dem netten Schalentier, sondern auch daran, dass ich mich in diesem Jahr wohl etwas übernommen hatte. Architekturjob, Yogaunterricht, Mutterdasein, Partnerschaft, und die intensive Into-Being-Ausbildung waren Herausforderung genug.

Für 2024 habe ich ganz viele wunderbare Themen im Kopf, für die ich euch gerne den Raum geben und den Rahmen halten möchte. Ich habe großartige Frauen kennenlernen dürfen und bin super gespannt, wen ich im 2024 noch kennenlernen werde. Weitere Infos findet ihr auf Instagram oder schreibt mir eine Email. klick hier

Architektur versus Coaching oder doch beides?

2023 war zweifellos ein intensives Jahr, und obwohl meine Ausbildung 2024 enden wird, kristallisierte sich im Laufe des Jahres das Gefühl heraus, dass noch etwas in meinem Leben in Bewegung geraten sollte – und das war meine Anstellung als Architektin.

Dieser Job hat mir seit Anfang 2010 gute Dienste geleistet, Spaß gemacht, mich herausgefordert und sich jetzt irgendwie erfüllt.

Mitte des Jahres fasste ich mir ein Herz und sprach mit meiner Geschäftsführung über eine mögliche Kündigung. Nach den ersten Tagen der Erleichterung, hatte ich das Gefühl, dass jetzt eigentlich alles andere von allein laufen müsste. Das war dann leider nicht so. Wiederholt habe ich feststellen müssen, dass die wirkliche Lösung selten im Außen zu finden ist. 🤷‍♀️

Trotzdem stand mein Plan, Ende 2023 zu kündigen um dann voll und ganz in die Selbständigkeit als Coach zu starten.

In den Herbstferien war ich eine wunderbare Woche in New York. Ich war im Laufe meines Lebens nun insgesamt 7-mal in New York: 3-mal als Kind, 2-mal als Studentin und jetzt das zweite Mal als Mutter. Dieses Mal war nur unser jüngster Sohn mit dabei.

Ich war sehr gespannt, wie sich mir dieses Mal die Stadt zeigen würde. Ich habe sie schon immer geliebt, dachte aber, dass ich sie ja jetzt schon so gut kenne und habe nicht damit gerechnet, dass sie mich wieder so umhaut, so inspiriert, so berührt.

Die Stadt ist so lebendig und jedes Foto, dass ich gemacht habe, war so voll von architektonischen und städtebaulichen Besonderheiten, dass bei mir eine Art Wehmut hochkam. Mich nie wieder mit Architektur zu beschäftigen, kann ich mir doch auch schwer vorstellen. Dieses Gefühl hat mich anfangs irritiert und dann konnte ich es genießen, da es mir ja auch zeigt, dass ich mich auch in den letzten 35 Jahren meines Lebens mit einem Herzensthema beschäftigt habe.

Es ist nicht die Architektur und das Gestalten, sondern der Wahnsinn der Baubranche, die zu meiner Überlegung geführt haben, beruflich einen anderen Weg einzuschlagen.

Nach den Herbstferien wurde mir im Büro ein neues Projekt angeboten. Eine Machbarkeitsstudie, also Ideenentwicklung für die Erweiterung eines Gymnasiums. Eine Aufgabe, die mir viel Freude bereitet und in der ich mich kreativ entfalten kann – genau das, was ich mir in den letzten Jahren gewünscht habe!

Ist das nicht komisch, das diese Aufgabe jetzt hereinkommt? Ihr könnt es euch vorstellen, dass ich wieder ins Zweifeln kam…🙄

Was will mir das Universum sagen? Soll ich doch einfach Architektin bleiben? Das ist doch auch gewohnt und dementsprechend bequem. Warum der „Stretch“ mich selbständig zu machen?

Ich habe jetzt erstmal zugesagt, dieses Projekt auf jeden Fall bis zu Ende zu bearbeiten und deswegen wird meine Angestelltentätigkeit mindesten noch bis Ende Februar andauern und ich werde meine Selbständigkeit als Coach voranbringen!

Hier ist sie wieder, die Poesie der Gleichzeitigkeit. 😊

…wer weiß was kommt…

Knie-Issues versus Tanzen

Ein weiteres Thema, das mich 2023 stark beschäftigt hat, waren meine Knie.

Mein linkes Knie war schon lange ein Schwachpunkt von mir. Nachdem ich mit Ü35 einen Breakdance Workshop mitgemacht habe und mit einer Drehung auf mein Knie gesprungen bin und das Knie ziemlich laut „aua“ geschrieben hat, habe ich immer acht auf dieses Knie geben müssen.

2005 habe ich meinen Yogalehrer und mittlerweile guten Freund Christopher Gladwell kennengelernt. Er hat mir gezeigt, wie ich mit dem Yoga mein Knie wieder so weit fit kriege, dass ich eigentlich alles manchen konnte, joggen, tanzen, Yoga ohne Einschränkungen aber mit Achtsamkeit. Interessanterweise hatte ich bis dahin fast alle körperlichen Symptome nur auf der linken Seite und war froh, dass ich mich mehr auf meine rechte Seite verlassen konnte.

Im Mai 2022 hatte ich Corona, lag im Bett und spürte plötzlich mein rechtes Knie. Zunächst dachte ich, das würde vergehen, aber es blieb leider. Die Untersuchungen ergaben dann neben der mir bekannte Arthrose noch eine Meniskusverletzung. Ich war sehr überrascht, da ich ja keinen Unfall hatte. Die Ärzte haben mir dann aber gesagt, dass es (in meinem Alter🙄) auch möglich wäre, so etwas auch ohne eigentliche Verletzung zu bekommen.

Der Frustrationsgrad stieg: Alter und eingeschränkte Beweglichkeit, ein Horrorszenario für mich!

Als meine Orthopädin dann in einem Nebensatz sagt, dass das man „es“ ja noch etwas herauszögern könne, stellten sich mir alle Nackenhaare auf. Mit „es“ war das künstliche Kniegelenk oder besser die künstlichen Kniegelenke gemeint.

Das hatte und habe ich aber nun wirklich nicht vor und begann zu forschen. Ich fragte jeden Physiotherapeuten und Heiler und gestaltete meine eigene Therapie, indem ich versucht habe herauszufinden, was mich und mein Knie unterstützt und was mir guttut und was nicht. Ich höre mir gerne die durchaus verschiedenen Meinungen der Ärzte und Therapeuten an und versuche aus jeder Meinung etwas für mich herauszuziehen.

Heilen allerdings kann ich nur, indem ich mich selbst mit meinem Körper auseinandersetze und meinen individuellen Weg finde, so wie mir das schon 2005 mein Freund Christopher mit meinem rechten Knie gezeigt hat.

Thanks Chris! Greetings to Bristol!🤗

Und so befinde ich mich gerade auf dem Weg, übe mich in Geduld, arbeite an meiner Bein-Fehlstellung, die (oh Wunder) mit den Jahren stärker wird. Und fühle mich manchmal so streif… das kannte ich wirklich nie von mir!

Ich habe entschieden, vorerst meinen Tanzunterricht aufzugeben. Das war ein großer Einschnitt, da ich so gerne tanze.

…und ich möchte das auch wieder machen…

Manchmal möchte ich einfach loslaufen, joggen und tanzen, unvernünftig sein und trotzig, vielleicht hilft das ja doch?….oder vielleicht doch lieber im langsamen Krebsgang vorangehen???

In welchem Tempo auch immer: Ein positiver Geist kann bestimmt auch den Körper und vor allem die Körperhaltung beeinflussen.

Aufgeben werde ich nicht. Ich bin überzeugt, dass ich mit einem achtsamen Umgang mit meinem Körper und einem bewussten Umgang mit Bewegung einiges erreichen kann, wenn nicht sogar wieder in die Heilung komme. Und ja, es gibt dann vielleicht Dinge, die ich nicht mehr machen kann, aber meine Freude und mein Spaß werden bleiben!!!

Und da ich so gerne lerne, überlege ich gerade eine Heilpraktiker Ausbildung zu machen!  😊


Was 2023 sonst noch los war

10 bis 20 Bilder mit Bildunterschriften.

Lotte im Schnee
Kurztrip nach Chimay Belgien
Semesterabschlussarbeit von meinem Sohn Till
Vimmerby
Elch in Schweden
Stockholm
Freundinnenwochenende mit Claudia
Bootsausflug mit der Gastfamilie in Arlington
heading up to NY
Sweet Home in Brooklyn
Bachelorabschluss von meinem Sohn Ben (ganz links)
Gamiki Workshop mit Marei Wagenschein
Merudanda Yogaraum Team

1 Kommentar zu „Jahresrückblick 2023 -Vom Zweifeln und Vertrauen“

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